Kooperation von der Universität der Künste Berlin (Studiengang »Bühnenbild« Prof.
Janina Audick) und »Institut Kunst« (Prof. Mathilde ter Heijne), der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch sowie dem Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (Studiengang »Choreographie« Prof. Wanda Golonka) mit der Staatsoper Unter den Linden.

Der Mythos vom Sänger Orpheus ist einer der ersten Opernstoffe überhaupt und fordert Musiktheaterschaffende bis heute zu immer neuen Bearbeitungen und Sichtweisen heraus. Mit dem Orpheus-Festival lädt die Staatsoper Unter den Linden Studierende der Berliner Kunsthochschulen dazu ein, aus Themen und Motiven des Orpheus-Geschichte Performances und installative Formate zu entwickeln. Die Arbeiten werden mit wechselndem Rahmenprogramm im Alten Orchesterprobensaal gezeigt. So rundet das Orpheus-Festival das Programm der BAROCKTAGE 2020, bei denen auf der großen Bühne »Orfeo«-Vertonungen von Claudio Monteverdi, Christoph Willibald Gluck und Carl Heinrich Graun im Zentrum stehen, aus einer zeitgenössischen Perspektive ab.

Den einen Orpheus-Mythos gibt es nicht. So konzentriert sich das Konzept von ORPHEO auf die vielen, leicht abgewandelten Versionen des Mythos. Angelehnt an Formate der Popkultur und Social Media, wird diese Vielfältigkeit und Inkongruenz aus einer postmodernen Perspektive erzählt, in der Informationen demokratisiert sind und es keine Instanz gibt, die Informationen nach Kriterien sortiert bzw. aussortiert. Die Parallele zu der Vielschichtigkeit griechischer Mythologie hat sich die Gruppe zu eigen gemacht und exploriert die Aktualität des Orpheus-Mythos in unserer Zeit. Durchbrochen werden diese Erzählungen von tänzerischen Elementen mehrerer Genres, die sich freimachen von der Einschränkung populärer Plattformen und als ein Kommentar des Erzählten fungieren.

VON UND MIT
Milena Bühring (Bildende Kunst)
Jan Fleischer (Bildende Kunst)
Klara Kirsch (Bildende Kunst)
Rocío Marano (Choreographie)
Sugano Matsusaki (Bildende Kunst)
Ana Eloísa Sommer-Madison (Bildende Kunst)
Louis Schmitt (Bühnenbild)
Lied von Helene Niederstraßer

25:00
OF EYES

Can you try to see what cannot be seen?
Can you try seeing; but not with your eyes?
Can we teach our bodies to see with different eyes?
New ways of…
Seeing and being seen.
Seeing is hearing. Hearing is seeing.
Morphing things.
Looking with your hands.
Listening with your hair.
Smelling with your feet.
Touching with your eyes.
Ay, eye, I…
I can hardly see in front of me.
Hazy!
Mazing! Lighting up my eyes; I have realized…
Do you see? sea of reality.

VON UND MIT
Melika Akbari (Choreographie)
Anneke Frank (Bühnenbild)
Filipe Pirl (Bildende Kunst)
Lilly Pöhlmann (Choreographie)
Katri Saloniemi (Bühnenbild)
Helene Scheithe (Bühnenbild)
Hannah Schillinger (Choreographie)
Charlotte Seebeck (Bildende Kunst)

31:11
BORDERLAND
Crossing the Liminal

Schwellen, Übergänge, Transiträume – ausgehend vom Raum zwischen zwei Zuständen verhandelt BORDERLAND den Prozess der Metamorphose: Orpheus und Eurydike im Auge des Orkans der Verwandlung. Wir blicken konzentriert auf einen Zustand: Nicht vor der Veränderung, nicht nach der Veränderung, sondern zum Zeitpunkt der Veränderung. Was passiert dort im Schwellenraum, zwischen zwei Welten, wenn plötzlich alles möglich ist? Wenn sich Vorher und Nachher ablösen und nur der Moment der Veränderung, das Treten über die Schwelle, das Rauschen des Zustands in der Schwebe zählt? Im Kampf um den entscheidenden letzten Schritt vor unumkehrbaren Entscheidungen, nach welchen nichts mehr so sein wird wie es war, entsteht eine Zwischenwelt, in der für jede*n für einen kurzen Augenblick alles möglich scheint. Eine Welt eröffnet sich zwischen Erstaunen und Angst, zwischen Traum und Albtraum. Der erlebte, gefühlte und körperliche Raum wird in Frage gestellt. Alles kann passieren und die Karten werden neu gemischt.

VON UND MIT
Javier Blanco (Choreographie)
Maria Färber (Bühnenbild)
Hannah Lansburgh (Bildende Kunst)
Anastasia Putsykina (Bildende Kunst)
Svea Schneider-Sierra (Choreographie)

50:23
RISS
Fragment zwischen Nähe und Unnahbarkeit

thin as the moment of looking back
is the water surface
between upper and under
never ending stillness

Diese Performance-Installation schafft einen fragmentierten Raum, durch den das Publikum hindurchgehen kann, als würde es von einem Fluss getragen werden, der die Inseln trennt. Die Welt offenbart sich durch die Verflechtung von Klang, Bewegung und Cyberspace der vier Figuren. Ist sie nah oder fern, die Vergangenheit oder die Zukunft, ein Blitz oder eine Ewigkeit? Der Moment, der einer anderen Realität ermöglicht simultan zu existieren, kann nur von demjenigen gefunden werden, der durch die Fragmente wandelt.

VON UND MIT
Dan Su (Choreographie)
Yaming Wang (Bühnenbild)
Felix Kühn (Bildende Kunst)
Tania Elstermeyer (Bildende Kunst)

FILMAUFNAHMEN
Roberto Duarte, Tania Elstermeyer (für Borderland)